Weihnachtsbrief
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Förderer unseres Instituts,
wir blicken auf ein Jahr zurück, in dem wir neue Interessenten und Freunde gefunden haben, aber auch Abschied nehmen mussten von Menschen, die in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten den Weg unseres Instituts nicht nur begleitet, sondern mitgestaltet und geprägt haben. So haben wir am 5. Oktober in einer bewegenden Trauerfeier unseres Institut in der St. Thomas-Kirche an Prof. Dr. Horst Dähn erinnert. Er hat das Institut 1993 mitgegründet, seither geleitet und zusammen mit seiner Gattin auch finanziell gestützt.
Den Umzug an den Bethaniendamm hat er nicht mehr miterleben können, hat aber die Vorbereitungen noch aufmerksam verfolgt. An dieser Stelle möchten wir allen danken, die mitgeholfen haben, die Plagen eines Umzugs zu überstehen und unser neues Domizil einzurichten.

Gestatten Sie einen kurzen Blick auf unsere Arbeit im Jahr 2012. Die Ausstellung „Horizont und Mitte. Albrecht Schönherr. Pfarrer und Bischof in zwei Diktaturen" ist seit Ihrer Fertigstellung im August 2011 an zehn Orten in Berlin und Brandenburg gezeigt worden. Gemeinsam mit Frau Dr. Christa Stache, Leiterin des Evangelischen Zentralarchivs Berlin, und Dr. Johannes Schönherr, jüngster Sohn von Albrecht Schönherr, haben wir sie konzipiert und mit Hilfe von Frau Claudia Weidner und Herrn Marcel Daniel Schott gestaltet. Gefördert wurde sie durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. Die Ausstellung ist bei den Besuchern auf große Resonanz gestoßen und hat unser Institut weiter bekannt gemacht. Unsere Institutsexkursion 2012 führte uns auf den Spuren des jungen Albrecht Schönherr nach Brüssow, Greifswald, Stralsund und zum Zingsthof an der Ostsee und wurde zu einem Höhepunkt in unserem diesjährigen Institutsleben. Der Auf- und Abbau der Ausstellung sowie die Eröffnung der Ausstellung an den verschiedenen Ausstellungsorten haben viel Zeit und Kraft gekostet, so dass wir in diesem Jahr nur wenige öffentliche Veranstaltungen im Institut organisiert haben.
Im Mittelpunkt der Forschungs- und Publikationstätigkeit stand 2012 das Leben und Wirken des Journalisten und Publizisten Reinhard Henkys, der wie kein anderer von Westberlin aus das Wirken der Evangelischen Kirchen in der DDR beobachtet, analysiert, feinfühlig kommentiert und geholfen hat, Brücken zwischen West und Ost zu erhalten bzw. zu bauen. Das Buch von Rosemarie Schumann und Joachim Heise „Reinhard Henkys. Brückenbauer zwischen West und Ost. Eine Dokumentation seiner Beiträge in der Zeitschrift ‚Kirche im Sozialismus'" informiert über das Lebenswerk von Reinhard Henkys und gibt allen Interessierten die Möglichkeit nachzulesen, wie er mit kritischem Verstand und journalistischem Können den Weg der Evangelischen Kirchen in der DDR in seiner Zeitschrift begleitet hat. Im September 2012 haben wir das Buch präsentiert und mit Zeitzeugen und Weggefährten diskutiert. Im Dezember haben wir speziell über die Rundfunk- und Fernseharbeit von Reinhard Henkys gesprochen.

Nachdem wir nunmehr unser neues Domizil bezogen haben, gehen wir an die Planung für das Jahr 2013. Im Oktober werden wir unseren 20. Gründungstag feiern. Die Schönherr-Ausstellung wird auch 2013 weiter „wandern". Inzwischen konnten wir mehrere Leihverträge mit Kirchgemeinden in Berlin und Umgebung sowie in Halle abschließen.

Unsere erfolgreichen Reihe „Abendgespräche über Gott und die Welt" werden wir auch 2013 fortsetzen. Gäste waren bislang Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Kirche, die ihre aktive Laufbahn bereits lange hinter sich hatten. In der nächsten Gesprächsserie werden wir Gäste zu uns einladen, die noch nicht im Ruhestand sind und das politische, kulturelle und kirchliche Leben derzeit aktiv mitgestalten. Am 29. Januar 2013 eröffnen wir die Veranstaltungsreihe um 17.00 Uhr im Archivzentrum Bethaniendamm 29. Unser erster Gast wir Pfarrer Edgar Dusdal sein. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit im neuen Jahr wird das Thema „Martin Luther und die Lutherehrungen 1983" sein. Damit wollen wir einen spezifischen Beitrag zur Lutherdekade leisten. Unser Dokumentationszentrum „Luther in der DDR" in Wittenberg werden wir dabei einbeziehen und eng mit dem dortigen Haus der Geschichte zusammenarbeiten.

Auch im neuen Jahr hoffen wir auf Ihr Interesse und Ihre Unterstützung. Wie Sie wissen, sind wir auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und den Kauf unserer Publikationen angewiesen, wenn wir unsere Arbeit fortsetzten wollen. Einen Mitgliedsantrag, unser Spendenkonto sowie die vollständige Liste unserer Publikationen finden Sie auf unserer Homepage.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein schönes Weihnachtsfest und uns allen ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr.
Es grüßen Sie herzlich



Ihr
Joachim Heise
Axel Noack