/
/
/



Valentin Schönherr
„Träumen ist mir zu poetisch"

Das Leben der Pfarrfrau Hilde Schönherr (1912–1962)
Hilde Enterlein, Tochter eines Berliner Ingenieurs, war musikalisch begabt, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte – und wurde Pfarrfrau. An der Seite von Albrecht Schönherr (1911–2009), dem späteren Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin- Brandenburg, gehörte sie zur Bekennenden Kirche und zum Kreis um Dietrich Bonhoeffer. Im uckermärkischen Brüssow vertrat sie im und nach dem Zweiten Weltkrieg über viele Jahre hinweg ihren Mann im Pfarrdienst. Der Gemeinde am Brandenburger Dom, an der sie von 1947–1962 tätig war, ist sie als Kirchenmusikerin vielen Menschen bis heute in warmer Erinnerung.
Dank der guten Quellenlage kann diese biographische Studie Hilde Schönherrs Entscheidung für den Pfarrfrauenberuf genauso präzise darstellen wie die enorme Vielfalt an Aufgaben, die sie darin wahrgenommen hat. Zugleich ist es das berührende Zeugnis einer Frau, die als Mutter von sechs Kindern, als Kennerin von Ernst Barlach und Antoine de Saint-Exupéry, als aufgeschlossene Gastgeberin und gesuchte Gesprächspartnerin vielen Menschen Anregung, Halt und Zuversicht zu geben vermochte.
Valentin Schönherr wurde 1972 in Finsterwalde/Niederlausitz geboren. Er studierte Geschichte und Hispanistik in Berlin und San Salvador, lebt heute in Luzern und arbeitet als Geschichtslehrer am Gymnasium Rämibühl in Zürich. Studienaufenthalte führten ihn nach Mexiko und Zentralamerika. Seit 1995 ist er freier Literaturkritiker, derzeit schreibt er regelmäßig für die Zeitschriften Südlink und Publik Forum. Er ist Enkel von Hilde und Albrecht Schönherr.