Laudatio von Dr. Christa Stache

Liebe Frau Dr. Dähn, lieber Herr Professor Mau,
lieber Herr Dr. Winter, liebe Verwandte und Freunde der Preisträger,
sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist mir eine besondere Freude, dass ich für Sie, lieber Herr Professor Mau, lieber Herr Dr. Winter heute die Laudatio anlässlich der Verleihung des Horst-Dähn-Preises halten darf. Ich kenne Sie beide seit vielen Jahren, ich habe Sie zum Teil bei Ihren Forschungsarbeiten im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin beraten und ich habe Ihre Arbeiten zur Geschichte der evangelischen Kirchen in der DDR, für die Sie heute ausgezeichnet werden, immer sehr geschätzt.

Ihnen beiden, liebe Preisträger, ist manches gemeinsam: nicht nur der gleiche Geburtsjahrgang und die Tatsache, dass Sie ein Stück Ihres beruflichen Weges gemeinsam gegangen sind, sondern auch dass für Sie beide die Erforschung der kirchlichen Zeitgeschichte nicht im Zentrum ihres beruflichen Wirkens stand. Vielmehr haben Sie beide an verantwortlicher Stelle in der evangelischen Kirche in der DDR gewirkt und haben die Entwicklung dieser Kirche als Theologen, als Lehrende, als kirchliche Funktionsträger mitgestaltet. Die rückblickende Betrachtung und Erforschung der unmittelbaren Vergangenheit, haben Sie beide erst nach ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit, in den 1990er Jahren aufgenommen. Ich möchte hier an die besondere Situation dieser Jahre erinnern, als schon bald nach der Wende die Rolle der evangelischen Kirchen in der DDR in der neuen gesamtdeutschen Öffentlichkeit plötzlich ins Zentrum des Interesses rückte. Während in den 1980er Jahren die Kirchen in der DDR häufig als Hort der Demokratie und Schutzdach für oppositionelle Gruppen gerühmt worden waren, änderte sich das Urteil über die Rolle der Kirchen nach der Wende grundlegend. Die schriftliche Hinterlassenschaft der Staatssicherheit wurde als vermeintlich zentrale Quelle ausgeschlachtet, es wurden dicke, schlampig gearbeitete Bücher auf den Markt geworfen, die ein völlig einseitiges, entstelltes Bild der Kirchen in der DDR zeichneten. Viele der damals erschienen Arbeiten gehören in das Metier der journalistischen Sensationspresse und verdienen nicht die Zuordnung zu wissenschaftlich fundierter Zeitgeschichtsforschung. In diesen Darstellungen wurde suggeriert, dass die kirchlichen Leitungsebenen von der Staatssicherheit durchsetzt waren und ein großer Teil der kirchlichen Mitarbeiter aktiv als Informanten gearbeitet hätte, kirchliche Entscheidungen nach den Wünschen der Partei getroffen worden wären und überhaupt überall nur Kungelei und Anpassung an den sozialistischen Staat den Weg der Kirchen bestimmt hätte. So manche kirchliche Mitarbeiter sind damals ins Zwielicht gerückt und mit falschen Verdächtigungen konfrontiert worden. Die Diskussionen, die dadurch ausgelöst wurden, waren polemisch aufgeladen, unsachlich und unfair und wurden der historischen Wahrheit in keiner Weise gerecht. Die Geschichtsforschung ist inzwischen über diese Werke hinweg gegangen, aber leider ist ein Teil der damals entstandenen Vor- und Fehlurteile hängen geblieben. Auch die Verletzungen, die sie bei den Betroffenen ausgelöst haben, wirken oft bis heute nach.

In dieser aufgeheizten Atmosphäre haben Sie, lieber Herr Mau, lieber Herr Winter, der einseitigen Mehrheitsmeinung deutlich widersprochen, nicht mit aufgeregtem Geschrei - das wäre nicht Ihr Stil gewesen - sondern mit ruhiger und klarer Stimme. Sie haben Darstellungen erarbeitet und dem allgemeinen Trend entgegen gesetzt, in denen sie anhand intensiver Quellenstudien versucht haben, die Realität der Kirchen in der DDR angemessen zu beschreiben und so die Diskussion wieder auf eine sachliche Ebene zu heben, in der eine kritische Auseinandersetzung erst wieder möglich wurde. Nicht mehr nur die Stasi-Akten haben Sie ausgewertet, sondern die schriftliche Überlieferung aus den Ämtern und Behörden der DDR, die sich mit den Kirchenfragen beschäftigten, und ebenso die Akten aus den zentralen Kirchenbehörden der DDR. Sie haben dazu beigetragen, dass das Handeln der Kirchen nicht mehr nur durch die Augen der Stasi betrachtet wurde, sondern als selbstständiges und selbst verantwortliches Handeln einer Einrichtung, die als gesellschaftliche Kraft und als wichtiger Widerpart der staatlich-politischen Kräfte, wie auch als ideologische Alternative zur sozialistischen Staatsdoktrin ihre Position behauptet hat. Sie haben mit der Stimme der Vernunft die Polemik hinterfragt und mit wissenschaftlicher Klarheit ihre Positionen begründet.

Sie beide haben Ihre Werke aber nicht nur als unbeteiligte, rückblickende Historiker geschrieben, sondern Sie blicken auf die Geschichte der evangelischen Kirche in der DDR sowohl als kundige Zeitzeugen wie auch als kritische Forscher. Sie haben diese Geschichte bewusst und aktiv als reflektierende Zeitgenossen mit erlebt und zum Teil auch mit gestaltet. Nicht nur schöne Erinnerungen haben Sie aufgeschrieben, sondern Sie haben ihre Erinnerungen kritisch im Licht der schriftlichen Überlieferung in den Archiven geprüft, verifiziert und wenn nötig auch korrigiert, um ein möglichst umfassendes und wahrheitsgetreues Bild entwerfen zu können.

Eines hatten Sie beide überhaupt nicht nötig, nämlich ihr eigenes Handeln und Wirken in der DDR zu rechtfertigen oder zu beschönigen, denn Sie beide sind niemals wirklich in den Verdacht geraten, sich mit dem "großen Bruder" eingelassen zu haben und in irgend einer Weise auf Wege geraten zu sein, die Sie später retuschieren mussten. Beide sind Sie Ihren Weg aufrecht und ehrlich gegangen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Soweit die Gemeinsamkeiten, nun möchte ich das Wirken jedes einzelnen Preisträgers kurz würdigen:

Lieber Herr Professor Mau, anlässlich Ihres Ausscheidens aus Ihrem Amt als Professor der Theologie an der Humboldt - Universität Berlin 1992 haben Ihnen Ihre Kolleginnen und Kollegen, eine Festschrift gewidmet, die unter dem Titel: „Der Wahrheit Gottes verpflichtet“ erschienen ist. Dieses Motto ist sicher mit Bedacht gewählt und kann uneingeschränkt über ihr Leben und Wirken gesetzt werden. Sie sind am 13. März 1927 in Güstrow geboren. Nach Abschluss Ihres Studiums der Theologie sind Sie 1954 zunächst wissenschaftlicher Assistent im Fach Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin geworden. Ihre Dissertation mit dem Titel „Der Begriff der Heilsnotwendigkeit und seine Begründung in der Scholastik im Vorgriff auf Luther“ haben Sie 1959 abgeschlossen, anschließend haben Sie sich habilitiert. Allerdings war Ihnen unter den Bedingungen der DDR eine wissenschaftliche Karriere versperrt. Sie haben daher zunächst Ihr Vikariat absolviert. Ihr Weg führte Sie aber nicht ins Pfarramt. Denn als 1961 nach dem Bau der Mauer der innerstädtische Verkehr in Berlin unterbrochen worden war, konnte die Ausbildung der Theologen nicht mehr wie bis dahin an der Kirchlichen Hochschule in Berlin-Zehlendorf durchgeführt werden. Für die Ostberliner Theologiestudierenden wurde als neue Ausbildungsstätte das Sprachenkonvikt erweitert und mit Dozenten für alle theologischen Disziplinen ausgestattet. Als nun 1964 der Ruf an Sie erging, künftig am Sprachenkonvikt Kirchengeschichte zu lehren, haben Sie die Universitätslaufbahn aufgegeben und sind zum Sprachenkonvikt gewechselt. Nicht glanzvolle akademische Erfolge haben in den folgenden Jahren Ihre berufliche Tätigkeit bestimmt, sondern die entsagungsreiche und sicher manchmal zermürbende Lehrtätigkeit an einer kirchlichen Ausbildungsstätte, die immer wieder Argwohn weckte und im Fokus der staatlichen Beobachtung stand.

Daneben haben Sie sich trotzdem Zeit und Muße für Publikationen genommen, wobei Ihr Interesse vorwiegend der Reformationsgeschichte galt. Sie haben sich weitreichende Anerkennung als Reformations- und Lutherforscher erworben. Selbstverständlich haben Sie auch in der Diskussion um die marxistische Interpretation der Reformationszeit, der Rolle Martin Luthers und Thomas Müntzers Stellung bezogen und die Ergebnisse und Folgen des großen Lutherjahres 1983 in der DDR kommentiert. Ihre berufliche Laufbahn hat Sie dann 1991 wieder an die theologische Fakultät der Humboldt Universität zurück geführt, wo Sie 1992 in den Ruhestand getreten sind.

Nach der Pensionierung haben Sie sich aber noch nicht zur Ruhe gesetzt, sondern noch einmal eine intensive Forschungs- und Publikationstätigkeit entwickelt. Zunächst stand die Geschichte der Kirchen in der DDR im Vordergrund. Das erste Buch, das bereits 1994 erschienen ist, hat den Titel „Eingebunden in den realen Sozialismus?“ und im Untertitel : Die evangelische Kirche als Problem der DDR. Sie haben darin eine zu Beginn der 1990er Jahre ganz ungewöhnliche Perspektive gewählt, nämlich nicht – wie es damals weit verbreitet war – den Blick durch die Brille der Stasi auf die Kirche geworfen, sondern Sie haben anhand von Quellenaussagen aus den Akten des Staatssekretariats für Kirchenfragen nachvollzogen, wie Staat und Partei diese Kirche, die einerseits ihren Platz in der sozialistischen Gesellschaft suchte, die dabei aber um keinen Schritt von ihren theologischen Prinzipien abrückte, gesehen und eingeschätzt haben. Sie haben sachlich und nüchtern die Behauptung der vermeintlichen Angepasstheit der Kirchen an den Sozialismus geprüft und sind zu dem klaren Ergebnis gekommen, dass die Kirche für die sozialistische Staatsmacht immer ein unbewältigtes Problem geblieben ist und dass sie bei aller notwendigen Anpassung an die realen Lebensverhältnisse in der DDR niemals ihre theologischen Grundpositionen und ihren auf dem Evangelium basierenden Auftrag aufgegeben hat.

In Ihrem zweiten großen Werk über den Protestantismus im Osten Deutschlands 1945-1990 betrachten Sie die Entwicklung der evangelischen Kirchen in der SBZ/ DDR seit dem Ende des 2. Weltkrieges bis zum Ende der DDR. Sie untersuchen darin die Spielräume kirchenleitenden Handelns, die Konfliktfelder zwischen Staat und Kirche, aber auch die Probleme und Freiräume im Leben der Gemeinden und der einzelnen Christen unter den Bedingungen, die der DDR-Staat geschaffen hatte. Außerdem haben Sie wiederholt zur Entwicklung und zur Rolle des Sprachenkonvikts als kirchliche theologische Ausbildungsstätte, die ihren eigenen Weg neben der staatlich beeinflussten Ausbildung an den Universitäten suchen musste, beschrieben. Hier konnten Sie vor allem als kritischer Zeitzeuge, der diese Einrichtung mit geprägt hat, wesentliche Aussagen beitragen.

Daneben haben Sie weiterhin in Ihrem Spezialgebiet, der Reformationsgeschichte gearbeitet. Erinnert sei hier nur an die Neubearbeitung der Bekenntnisschriften der Reformation, die 1997 erschienen ist. Im Rahmen des Arbeitskreises für die Erforschung der Geschichte der EKU haben Sie an der großen, dreibändigen Geschichte der Evangelischen Kirche der Union mitgearbeitet, erschienen in den Jahren 1992-1999, und an der fünfbändigen Biografiensammlung, die unter dem Titel "Protestantismus in Preußen. Lebensbilder aus seiner Geschichte", in den Jahren 2008-2013 erschienen ist.

Nun möchte ich mich Ihnen, lieber Herr Dr. Winter, zuwenden: Sie sind am 4. März 1927 in Soest in Westfalen geboren, wo Ihr Vater seit 1924 Direktor des Predigerseminars war. Ihre mütterliche Familie stammte ebenfalls aus Westfalen, aus Bielefeld. Sie waren das jüngste von sechs Geschwistern. Als Jugendlicher, mit 17 Jahren, sind Sie am Ende des 2. Weltkrieges noch zum Kriegsdienst eingezogen und schwer verwundet worden. Erst nach dem Krieg konnten Sie Ihre Schulausbildung abschließen. Wie es in Ihrer Familie Tradition war, haben Sie sich dann zum Studium der Theologie entschlossen. Obwohl Sie nach Kriegsende in der britischen Besatzungszone lebten, sind Sie zum Studium in den Osten, in die SBZ gegangen und haben in Greifswald, Berlin und Rostock Ihr Studium absolviert. Nach den kirchlichen Examina und dem Vikariat haben Sie 1952 Ihre Promotion über "Confessio Augustana und Heidelberger Katechismus im Vergleich" abgeschlossen. 1953 sind Sie in den Dienst der pommerschen Kirche eingetreten. Sie waren von 1954 bis 1960 Studentenpfarrer in Greifswald, danach von 1960 bis1964 Superintendent in Grimmen, bevor Sie dann 1964 nach Berlin gekommen sind. Auch Sie sind - ebenso wie Herr Professor Mau - dem Ruf an das erweiterte Sprachenkonvikt gefolgt. Als Dozent im Fach praktische Theologie haben Sie junge Theologen ausgebildet und daneben mehrere Werke zu Fragen der praktischen Theologie veröffentlicht. 1973 sind Sie als Propst ins Konsistorium der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg gewechselt und haben dort als geistlicher Leiter des Konsistoriums und Vertreter des Bischofs eine verantwortungsvolle Leitungsposition übernommen. Zu dieser Zeit stand ein sicher nicht einfacher Prozess der Neufindung und Neugestaltung dieser Landeskirche an. Denn 1972 hatten die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg und die Evangelische Kirche in Berlin-West den politischen Verhältnissen Rechnung tragend sich getrennt. Beide Teile mussten nun ihre je eigene Gestalt und Identität ausprägen, eine reizvolle und sicher auch schwierige Aufgabe, an der Sie als Propst mitgewirkt haben.

Mit fast 60 Jahren, wenn andere schon an den Ruhestand denken, haben Sie sich 1986 noch einmal auf eine neue Aufgabe eingelassen: Sie wurden Leiter der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union – Bereich DDR. In dieser Position haben Sie die unruhigen Jahre vor der Wende erlebt und dann, nach der Wende die Zusammenführung der beiden Bereiche der EKU mit vorbereitet. Als die beiden Kirchenkanzleien wieder vereint wurden und in die Jebensstraße 3, in das alte Verwaltungsgebäude der APU eingezogen sind, haben Sie, kurz vor dem eigentlichen Pensionierungszeitpunkt gewissermaßen das Feld geräumt und die Leitung der neuen wiedervereinten Kirchenkanzlei Ihrem Westberliner Kollegen Werner Radatz überlassen.

Schon während Ihrer beruflichen Arbeit haben Sie zahlreiche größere und kleinere Publikationen, vorwiegend zu Themen der praktischen Theologie verfasst. Nachdem der Ruhestand Ihnen mehr Zeit dafür ließ, haben Sie noch einmal eine äußerst fruchtbare Forschungs- und Publikationsphase angeschlossen. Nun sind zahlreiche Werke zur Zeitgeschichte entstanden. Aus der Fülle seien hier beispielhaft nur einige wenige erwähnt: Die Evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg im Spiegel staatlicher Akten der DDR (1994), Moderatoren am Runden Tisch. Evangelische Kirche und Politik (1999), die Evangelische Kirche der Union in der Deutschen Demokratischen Republik (2001). Schon vorher, im Jahr 2000, ist das Werk "Geteilte Einheit. Über den Weg der beiden Teile der Evangelischen Kirche in Berlin- Brandenburg zwischen 1961 und 1990" erschienen. Sie haben es zusammen mit Werner Radatz, dem Leiter der Kirchenkanzlei im Westbereich erarbeitet. Es nimmt insofern eine besondere Stellung ein, als es die Geschichte sowohl aus der West-, als auch aus der Ostperspektive beleuchtet.

Danach haben Sie sich - einem allgemeinen Trend folgend - mehr auf biografische Studien konzentriert. Für mich besonders berührend war Ihr erstes biographisches Werk, das Ihrer Schwester Annemarie Winter galt, einer der ersten Frauen, die als Theologin ein geistliches Amt inne hatte, die dann 1945 nach Sibirien verschleppt worden ist und als junge Frau im Arbeitslager den Tod fand.

Später folgten Studien über Propst Siegfried Ringhandt (2007), Bischof Karl von Scheven (2009) und Friedrich Schauer (2011). Gemeinsam ist diesen letztgenannten Biographien, dass Sie sich mit dem Leben und Wirken von Männern befassen, die sich alle nicht nur unter den besonderen Bedingungen der Kirche in der DDR bewähren mussten, sondern bereits in der Zeit des Nationalsozialismus in der Bekennenden Kirche prägende Erfahrungen gesammelt hatten.

Ich bin hier nur auf Ihre größeren Werke eingegangen. Sie haben darüber hinaus zahlreiche Artikel und Beiträge verfasst haben, die sich mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigen, wie zum Beispiel mit der altpreußischen Union, der Barmer Theologischen Erklärung oder Lokalstudien zur Kirchengeschichte Pommerns, Brandenburgs und Ihrer Gemeinde in Köpenick. Die Gesamtzahl aller Ihrer Veröffentlichungen übersteigt die Anzahl von 400, wie ich von Ihnen selbst gehört habe, - ein beachtliches und bewundernswertes Lebenswerk, zumal ein Teil davon neben Ihren eigentlichen beruflichen Schwerpunkten und Aufgaben entstanden ist. Erwähnt werden muss aber auch, dass Sie neben Ihren veröffentlichten Werken häufig mündlich Ihre Erfahrungen weitergegeben haben in Diskussionen, in der Beratung von jungen Forschern und vor allem als Zeitzeuge, der im Gespräch aus der eigenen Erinnerung Lücken schließen und ungeklärte Fragen beantworten konnte, die notwendigerweise in der schriftlichen Überlieferung offen bleiben, weil eben nicht alles zu Papier gebracht worden ist.

Lieber Herr Professor Mau, lieber Herr Dr. Winter, Sie beide blicken auf ein fruchtbares und ertragreiches Forscherleben zurück, in dem die Kirchengeschichte der DDR nur ein Bereich, wenn auch ein wichtiger war. Auch wenn künftige Forschergenerationen sicher andere Forschungsinteressen haben werden, sich mit neuen Fragestellungen der Geschichte der Kirchen in der DDR nähern und auch manches anders interpretieren werden, so werden Ihre Arbeiten auch weiterhin zu den "Klassikern" gehören, die kein Forscher einfach übersehen kann, wenn er eine Arbeit zu diesem Themenkreis verfassen will. Mit dem Horst-Dähn-Preis soll Ihnen dafür Anerkennung und Würdigung zuteil werden.