/
/
/



Anregender Vortragsabend mit Axel Noack
Der Vorsitzende des Vorstands des Träger- und Fördervereins unseres Instituts Bischof a. D. Axel Noack sprach am 28. April auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Instituts und des Evangelischen Zentralarchivs über das Thema "Neue Zeiten. Neue Probleme? Die evangelischen Kirchen 20 Jahre nach Herstellung der deutschen Einheit". Ins Archivzentrum am Bethaniendamm in Berlin waren 50 Interessierte aus dem Ost- und Westteil der Stadt gekommen, unter ihnen eine Reihe namhafter Theologen und Historiker.
In seinem einstündigen Vortrag ging Axel Noack mit Blick auf die zurückliegenden Jahre und die Zukunft der Kirche auf drei Schwerpunkte ein:
  • Fehleinschätzungen und falsche Prognosen,
  • Aktuelle Herausforderungen und
  • Orientierungen auf dem weiteren Weg.
Er bot dazu, gestützt auf seine Erfahrungen als Pfarrer und Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, differenzierte Analysen der kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen in den zurückliegenden 20 Jahren an und stellte seine Überlegungen zur Zukunft der Kirche in einer sich schnell verändernden Welt vor. Beeindruckt von der Lebensnähe, der Glaubensstärke und der Zuversicht, die Noack ausstrahlte, nutzte das Publikum die Chance, weiterführende Fragen zu stellen und eigene Überlegungen vorzustellen. Dabei ging es u. a. um Probleme bei der Fusion von Kirchengemeinden. Noack plädierte in diesem Zusammenhang für das Prinzip der Eigenverantwortung der Gemeinden und ihrer völligen Freiheit, über diese und andere Fragen der Gestaltung des Gemeindelebens zu entscheiden. Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum, sprach sich Noack für mehr Mut der Kirchen aus, sich in die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Lösung drängender aktueller Probleme von ihrem Standpunkt aus einzumischen.
Wer mehr wissen möchte, dem empfehlen wir die jüngste Publikation unseres Instituts Schwierige Gradwanderung. U .a. finden Sie dort auch die Mitschrift eines Vortrags von Axel Noack, den er zum gleichen Thema auf dem "Geschichtsforum 2009" gehalten hat.
Joachim Heise